Sommer 2010, Phänomen Wikileaks: Die Idee, geheime Dokumente für alle sichtbar im Netz zugänglich zu machen, weckt Hoffnungen – schürt aber auch Ängste. Noch ahnt niemand etwas von Edward Snowden und der NSA, doch in der Gruppe der Wikileaks-Betreiber selbst wirken allzu menschliche Spaltkräfte.

Während die Öffentlichkeit über Chancen und Gefahren neuer Transparenz diskutiert, wirken in der Gruppe der Wikileaks-Betreiber allzu menschliche Spaltkräfte.

Die große Idee wird vom Subjekt korrumpiert. Das Hörspiel schließt die Netz-Dialoge der Wikileaks-Antagonisten kurz mit großen literarischen und historischen Vorbildern, die an ihren Idealen gemessen wurden: Danton, Cäsar, Jesus zum Beispiel.

Denn die Wikileaks-Geschichte wirft Fragen auf, die so alt sind wie die Geschichte menschlicher Unternehmungen: die Frage nach der guten Idee, die plötzlich gefährlich wird. Die Frage, was schwerer wiegt: Loyalität oder die Urheberschaft an einem Projekt. Und die Frage, ob es noch um die Sache selbst oder um den Applaus dafür geht.