Nachdem Adolf Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt wurde, etablierte sich der NS-Staat mit rasanter Geschwindigkeit. Der Reichstagsbrand 1933 war dabei für Hitler wie ein „Himmelsgeschenk“, erklärt Professor Wolfgang Benz, langjähriger Leiter des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung: Gesetze wurden verschärft, Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschaftler verhaftet. Das Ermächtigungsgesetz, mit dem sich das Parlament selbst entmachtete, gab Hitler freie Hand. Es folgten die Gleichschaltung in Politik und Gesellschaft, die Bücherverbrennung und die Nürnberger Rassengesetze. Während sich das Deutsche Reich mit den Olympischen Spielen im Jahr 1936 nach außen ein friedliches Bild gab, bereitete sich der NS-Staat längst auf den Krieg vor. Nach der Annexion Österreichs im März 1938 folgte im November die Reichspogromnacht. Die Beschwichtigungspolitik der Westmächte war dabei ein verhängnisvolles Signal: Nach der Annektierung der Tschechoslowakei, marschierten deutsche Truppen im September 1939 in Polen ein. Daraus entwickelte sich der Zweite Weltkrieg.
Ein Feature von Martin Hartwig unter wissenschaftlicher Mitarbeit von Professor Wolfgang Benz.