Vor drei Jahren erließ die Aufsichtsbehörde eine Verordnung, durch welche sie die üblichen Osterferien in gewisser Hinsicht aufhob. Es erging nämlich die Weisung an alle Mittelschulen, anschließend an das Osterfest die Zeltlager zu beziehen. Unter »Zeltlager« verstand man eine vormilitärische Ausbildung. Die Schüler mußten klassenweise auf zehn Tage in die sogenannte freie Natur hinaus und dort wie die Soldaten in Zelten kampieren, unter Aufsicht des Klassenvorstands. Sie wurden von Unteroffizieren im Ruhestand ausgebildet, mußten exerzieren, marschieren und vom vierzehnten Lebensjahr ab auch schießen.

1937. Ein Gymnasiallehrer hält es für seine Pflicht, vor seiner Klasse für die Menschenrechte der Neger einzustehen. Er ahnt nicht, dass dies ungeahnte Konsequenzen für ihn hat. Sein Rechtsempfinden stürzt ihn in eine seelische und moralische Krise. Auch der Glaube kann ihm nicht helfen, sich aus dieser Misere zu befreien. Oder kann er es doch?