Die Erzählung »Lenz« wurde erst zwei Jahre nach Georg Büchners Tod veröffentlicht. Es ist davon auszugehen, dass dieses Werk in dieser Form noch nicht zur Veröffentlichung gedacht war. Gerne wird daher in einigen Ausgaben die Bezeichnung »Ein Fragment« gewählt, andere kategorisieren den Text als Novelle.

Die Erzählung »Lenz« beruht auf wahren Ereignissen und beschreibt die psychische Erkrankung des Schriftstellers Jakob Michael Reinhold Lenz (1751-1792) und seinen Aufenthalt im Elsass. Im Jahre 1778 hält sich Lenz dort für knapp drei Wochen bei Pfarrer Johann Friedrich Oberlin auf. Lenz leidet an einer paranoiden Schizophrenie und unternimmt in dieser Zeit mehrere Selbstmordversuche. Pfarrer Oberlin führt über den Aufenthalt ein Tagebuch.

Georg Büchner wiederum hat große Teile dieses Tagebuches in »seinen« Lenz übernommen, weshalb zuweilen zu lesen ist, dass es sich bei der Erzählung »Lenz« um ein Plagiat handle. Bei diesem Urteil gilt es jedoch zu berücksichtigen, dass Büchner das Werk so nie selbst veröffentlicht hat.