Die Kurzgeschichte »The black cat« von Edgar Allen Poe wurde erstmals 1843 veröffentlicht. Sie spielt in einer Gefängniszelle, in der ein Mörder auf die Hinrichtung wartet. Poes Ich-Erzähler richtet sich an die Leser und spricht diese direkt an. Es ist eine Geschichte, die im Grunde genommen ein Einpersonenstück ist.

Daher lag es nahe, die Vertonung zu inszenieren und diese nicht wie sonst »nur« vorzulesen. Heutzutage ist es kein Problem, Hall und Geräuscheffekte digital einzumischen, doch für diese ganz besondere Podcast-Folge sollte auch die Umsetzung ganz besonders sein. Wir wollten die Gefängniszelle nicht nur akustisch, sondern auch räumlich »nachbauen«, sodass der Zuhörer dort buchstäblich mit dem Mörder eingeschlossen ist.

Rasch war klar, dass wir zur Aufnahme auf die Kunstkopftechnik zurückgreifen. Diese spezielle Aufnahmemethode erlaubt es, beim Hören nicht nur zwischen rechts und links zu unterscheiden, sondern auch zwischen nah und fern, vorn und hinten und unten und oben.

Hierzu ist eine spezielle Mikrofonanordnung notwendig, die den Klang an einem Plastikkopf tatsächlich dort aufnimmt, wo er auf den Gehörgang trifft. Verwendet man anschließen beim Anhören einen Kopfhörer, so sind sämtliche Rauminformationen mit aufgezeichnet und die Hörerin oder der Hörer erlebt alles dreidimensional.
Der Nachteil dieser so genannten »Kunstkopfaufnahme« ist, dass kaum akustisch getrickst werden kann und mehr oder weniger alles real inszeniert werden muss.